Die Hunde-Trainerin Astrid Scheurer

Aufgewachsen in ländlicher Gegend, kam Astrid Scheurer schon im Kindesalter mit Hunden in Kontakt, die sie fortan nicht mehr losliessen. Zu einem markanten Schlüsselerlebnis kam es 1977, als sie anlässlich ihrer Heirat einen sportlich-eleganten schwarzen Mischling geschenkt bekam. Leider war beiden nicht viel Zeit miteinander vergönnt, da er bereits nach kurzer Zeit von einem Auto angefahren und tödlich verletzt wurde.

Für Astrid Scheurer war aber klar, dass ihre Familie nur dann vollständig war, wenn auch ein Hund dazu gehörte. Ebenso klar war ihr, dass sie möglichst viel über Hundeerziehung lernen wollte, um das in ihrer Macht Stehende beizutragen, dass es nie mehr zu so einem Unglück kommt.

Ausbildung als Grundlage erfolgreichen Hundetrainings

So besuchte sie mit ihrem Mischlings-Rüden „Stricki“ (= Lausbub) deshalb einen Erziehungskurs bei einer kynologischen Vereinigung in ihrer Nähe. Rasch stellte sie fest, dass viele der Teilnehmenden diesen Kurs mehr als oberflächliches Hobby betrachteten und zudem auch keine Bereitschaft vorhanden war, neue Erkenntnisse und Trainingsmethoden einfliessen zu lassen.

Das war Astrid Scheurer zu wenig. Rasch bildete sich eine Kerngruppe von fünf Personen, die allesamt überzeugt waren, dass das Angebot des Kynologischen Vereines einer Erneuerung bedurfte und erweitert werden musste. Ein Ansinnen, das viele nicht teilten, die Gruppe zwar geduldet, aber nicht unterstützt wurde.

Erste Erfolge bei Hundeprüfungen

Auf sich gestellt, erzielte sie dennoch Fortschritte im Hundespart, der auf der IPO basiert (Internationale Prüfungsordnung). Mit ihrem Riesenschnauzer-Rüden „Skipper“ (= Chef) folgen schon bald erste Erfolge in der Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland. 

Highlights in dieser Zeit waren sicher die 4. Ränge an den internationalen Meisterschaften 1989 in Tuttlingen (Deutschland, bei etwa 150 Teilnehmern) und 1990 in Tengen (Deutschland), die mehrfache Teilnahme an Schweizer Meisterschaften sowie der 2. Rang an der italienischen Meisterschaft.

Erfolgreiche Teilnahme an Weltmeistermeisterschaften

Getoppt wurde das Ganze durch die Riesenschnauzer-Weltmeisterschaft in Thun 1992 mit einem 2. Gesamtrang, dem weltbesten Schutzdienst sowie die Teilnahme an der Riesenschnauzer-Weltmeisterschaft in Dresden 1993, ebenfalls mit einem Podestplatz. 2007 folgte mit dem Riesenschnauzer-Rüden „Orkan“ (= Wirbelsturm) noch ein ein 2. Rang an den 5R-Schweizermeisterschaften (5R = Teilnehmer der Rassen Riesenschnauzer, Boxer, Airedale, Rottweiler und Dobermann).

Ein weiteres spezielles Event war sicher 1996 die Ausrichtung resp. Organisation und Übungsleitung der Schweizer Meisterschaften für Riesenschnauzer in Emmenbrücke (Kanton Luzern), wo alles einschliesslich Wetter passte und bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterliess.

Gründung der Hundeschule Villa Wau

1992 erfolgte auch die Gründung ihrer eigenen Hundeschule, der Villa Wau, die erste private Schweizer Hundeschule.

Parallel zu den Trainings und Meisterschaftsteilnahmen mit ihren eigenen Hunden absolvierte Astrid Scheurer eine Reihe von Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Bis zum heutigen Tag ist sie bestrebt, nicht stehen zu bleiben, sondern up to date zu sein. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass zu Hause bei Frau Scheurer ein spezielles ZOS-Zimmer eingerichtet wurde, um mit den eigenen Hunden die Zielobjektsuche zu trainieren.